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Umgangsrecht in Taunusstein

In Taunusstein leben rund 30.820 Menschen. Statistisch wird ein erheblicher Teil der Ehen irgendwann geschieden. Wenn du selbst gerade beim Thema Umgangsrecht stehst, hilft dir diese Seite mit Regeln, Zahlen und Kanzleien aus Taunusstein.

Kurz gesagt

Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Eltern, jeder Elternteil ist zum Umgang verpflichtet und berechtigt (§ 1684 BGB). Eine gesetzliche Regelung zur Häufigkeit gibt es nicht, üblich sind jedes zweite Wochenende plus ein Nachmittag unter der Woche und hälftige Ferien. Streit regelt das Familiengericht.

Wie viel Umgang ist üblich?

Das Gesetz nennt keine Zahlen. In der Praxis der Familiengerichte in Taunusstein und bundesweit hat sich ein Standardmodell etabliert: jedes zweite Wochenende von Freitag nach Schule bis Sonntagabend, ein fester Nachmittag in der Woche, die Hälfte der Schulferien und der Feiertage im Wechsel. Bei Kleinkindern kürzere, häufigere Kontakte ohne Übernachtung.

Umgang durchsetzen

Ein gerichtlicher Umgangsbeschluss oder ein gerichtlich gebilligter Vergleich ist vollstreckbar. Wer ihn verletzt, riskiert Ordnungsgeld bis 25.000 € oder Ordnungshaft (§ 89 FamFG). Voraussetzung ist ein Hinweis auf die Folgen im Beschluss. Alternativ kann ein Vermittlungsverfahren nach § 165 FamFG beantragt werden.

Schutz des Kindes

Der Umgang kann eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, wenn er das Kindeswohl gefährdet (§ 1684 Abs. 4 BGB), etwa bei Gewalt, Sucht, psychischer Erkrankung ohne Behandlung oder Entführungsgefahr. Der Ausschluss auf längere Zeit ist die Ausnahme und muss vom Gericht besonders begründet werden.

Umgangsrecht: Regeln und Praxis
Rechtsgrundlage§ 1684 BGB, Recht des Kindes und Pflicht der Eltern
OrdnungsmittelOrdnungsgeld bis 25.000 €, Ordnungshaft (§ 89 FamFG)
BeratungJugendamt (§ 18 SGB VIII), kostenlos
EinschränkungNur bei Kindeswohlgefährdung, meist als begleiteter Umgang

Stand September 2026; bundesweit geltende Werte.

Für Taunusstein findest du hier Kanzleien aus der Stadt selbst und aus dem Umkreis. Einige sind zugleich Mediatoren, was bei Konflikten um Kinder eine Alternative zum Gerichtsverfahren sein kann.

Erst Fakten, dann Termin

Bevor du in Taunusstein eine Kanzlei anrufst, notiere drei Dinge: das Trennungsdatum, die Nettoeinkommen beider Ehegatten und ob ihr euch über Kinder, Unterhalt und Vermögen einig seid. Mit diesen Angaben kann der Anwalt im Erstgespräch bereits Verfahrenswert, Kosten und Dauer realistisch einschätzen, statt nur allgemein zu beraten.

Kanzleien mit Familienrecht in Taunusstein

Alle Kanzleien in Taunusstein

Familiengericht in der Nähe

Amtsgericht Bad Schwalbach, Am Kurpark (6,6 km von Taunusstein entfernt). Offizielle Website.

Das Familiengericht ist eine Abteilung des Amtsgerichts. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach § 122 FamFG (Wohnort der Kinder, sonst letzter gemeinsamer Wohnort) und kann von diesem nächstgelegenen Gericht abweichen. Verbindlich: Orts- und Gerichtsverzeichnis. Quelle Gerichtsdaten: Wikidata.

Tipp: Mediation erwägen

Eine Mediation kostet in der Regel 150 bis 300 € pro Stunde und ersetzt oft den Streit über Folgesachen. Viele Familienrechts-Kanzleien in Taunusstein sind zugleich Mediatoren.

Häufige Fragen: Umgangsrecht in Taunusstein

Haben Großeltern ein Umgangsrecht?
Ja, wenn der Umgang dem Kindeswohl dient (§ 1685 BGB). Das gilt auch für Geschwister und enge Bezugspersonen.
Darf das Kind den Umgang ablehnen?
Der Kindeswille wird mit dem Alter wichtiger. Ab etwa 12 Jahren zwingen Gerichte Kinder kaum noch zum Umgang, prüfen aber, ob die Ablehnung beeinflusst ist.
Brauche ich für eine Scheidung in Taunusstein zwingend einen Anwalt?
Ja. Vor dem Familiengericht besteht Anwaltszwang (§ 114 FamFG). Mindestens der Antragsteller muss anwaltlich vertreten sein. Der andere Ehegatte kann der Scheidung ohne eigenen Anwalt zustimmen, darf dann aber keine eigenen Anträge stellen.
Was ist begleiteter Umgang?
Umgang in Anwesenheit einer dritten Person, meist eines Jugendhilfeträgers. Er wird bei Konflikten oder nach langer Kontaktpause angeordnet.
Wer zahlt die Fahrtkosten zum Umgang?
Grundsätzlich der Umgangsberechtigte. Bei großen Entfernungen und geringem Einkommen können sie beim Unterhalt berücksichtigt werden.

Weitere Anliegen in Taunusstein

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Wir sind ein redaktionelles Nachschlagewerk, keine Kanzlei. Rechtliche Aussagen geben den Stand der Gesetze und der veröffentlichten Tabellen zum September 2026 wieder. Für deinen konkreten Fall brauchst du anwaltliche Beratung.