Trennung.net
Hessen

Umgangsrecht in Marburg

Umgangsrecht in Marburg: Die rechtlichen Grundlagen stehen im BGB und im FamFG, die Kosten im RVG und im FamGKG. Was das für dich konkret bedeutet, welche Fristen laufen und wo du in Marburg Unterstützung findest, liest du hier.

Kurz gesagt

Jedes Kind hat ein Recht auf Umgang mit beiden Eltern, jeder Elternteil ist zum Umgang verpflichtet und berechtigt (§ 1684 BGB). Eine gesetzliche Regelung zur Häufigkeit gibt es nicht, üblich sind jedes zweite Wochenende plus ein Nachmittag unter der Woche und hälftige Ferien. Streit regelt das Familiengericht.

Umgangsregelungen in der Praxis

Das Gesetz nennt keine Zahlen. In der Praxis der Familiengerichte in Marburg und bundesweit hat sich ein Standardmodell etabliert: jedes zweite Wochenende von Freitag nach Schule bis Sonntagabend, ein fester Nachmittag in der Woche, die Hälfte der Schulferien und der Feiertage im Wechsel. Bei Kleinkindern kürzere, häufigere Kontakte ohne Übernachtung.

Vermittlung, Gericht, Ordnungsmittel

Ein gerichtlicher Umgangsbeschluss oder ein gerichtlich gebilligter Vergleich ist vollstreckbar. Wer ihn verletzt, riskiert Ordnungsgeld bis 25.000 € oder Ordnungshaft (§ 89 FamFG). Voraussetzung ist ein Hinweis auf die Folgen im Beschluss. Alternativ kann ein Vermittlungsverfahren nach § 165 FamFG beantragt werden.

Schutz des Kindes

Umgangspflegschaft (§ 1684 Abs. 3 BGB) wird angeordnet, wenn Eltern den Umgang trotz Beschluss nicht hinbekommen. Der Umgangspfleger organisiert Übergaben und kann das Kind zum Umgang herausverlangen. Bei Konflikten um den Umgang ist psychologische Beratung oft wirksamer als das dritte Gerichtsverfahren.

Umgangsrecht: Regeln und Praxis
OrdnungsmittelOrdnungsgeld bis 25.000 €, Ordnungshaft (§ 89 FamFG)
Verfahrenswert5.000 € (§ 45 FamGKG), kein Anwaltszwang
Rechtsgrundlage§ 1684 BGB, Recht des Kindes und Pflicht der Eltern
StandardmodellJedes 2. Wochenende, ein Wochentag, halbe Ferien

Stand September 2026; bundesweit geltende Werte.

In Marburg gibt es ein eigenes Amtsgericht mit Familienabteilung. Kanzleien vor Ort kennen die Richterinnen und Richter und deren Linie bei Verfahrenswert und Umgangsregelungen.

Zwei Erstgespräche vergleichen

Die Gebühren für das Verfahren sind in Marburg bei jeder Kanzlei gleich. Was sich unterscheidet, ist die Arbeitsweise: deeskalierend oder konfrontativ, erreichbar oder nicht, mit oder ohne Mediation. Zwei Erstgespräche zu je maximal 190 € netto sind eine günstige Investition, um das herauszufinden.

Kanzleien mit Familienrecht in Marburg

Alle Kanzleien in Marburg

Familiengericht in der Nähe

Amtsgericht Marburg (1,3 km von Marburg entfernt). Offizielle Website.

Das Familiengericht ist eine Abteilung des Amtsgerichts. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach § 122 FamFG (Wohnort der Kinder, sonst letzter gemeinsamer Wohnort) und kann von diesem nächstgelegenen Gericht abweichen. Verbindlich: Orts- und Gerichtsverzeichnis. Quelle Gerichtsdaten: Wikidata.

Tipp: Erstberatung nutzen

Eine anwaltliche Erstberatung darf für Verbraucher höchstens 190 € netto kosten (§ 34 RVG). Viele Kanzleien in Marburg bieten sie günstiger oder mit Anrechnung auf das spätere Mandat an. Frag vorher nach dem Preis.

Häufige Fragen: Umgangsrecht in Marburg

Wie oft darf ich mein Kind sehen?
Es gibt keine gesetzliche Vorgabe. Üblich ist jedes zweite Wochenende plus ein Nachmittag unter der Woche und die Hälfte der Ferien. Bei Kleinkindern kürzere, häufigere Kontakte.
Wer zahlt die Fahrtkosten zum Umgang?
Grundsätzlich der Umgangsberechtigte. Bei großen Entfernungen und geringem Einkommen können sie beim Unterhalt berücksichtigt werden.
Was tun, wenn die Mutter oder der Vater den Umgang verhindert?
Zuerst Jugendamt, dann Antrag beim Familiengericht. Ein Beschluss ist mit Ordnungsgeld vollstreckbar.
Kann der Umgang telefonisch oder per Video stattfinden?
Ja, als Ergänzung. Gerichte regeln bei großer Entfernung auch Videotelefonate mit festen Zeiten.
Brauche ich für eine Scheidung in Marburg zwingend einen Anwalt?
Ja. Vor dem Familiengericht besteht Anwaltszwang (§ 114 FamFG). Mindestens der Antragsteller muss anwaltlich vertreten sein. Der andere Ehegatte kann der Scheidung ohne eigenen Anwalt zustimmen, darf dann aber keine eigenen Anträge stellen.

Weitere Anliegen in Marburg

Umgangsrecht in der Nähe

Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Kanzleidaten stammen aus OpenStreetMap (ODbL) und wurden gegen die jeweilige Kanzlei-Website auf Familienrecht-Bezug geprüft; für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Stand: September 2026.